GGpl 2030: Ansätze gut - machbare und nachhaltige Umsetzung fraglich

Die vaka ist mit der übergeordneten Strategie der Gesundheitspolitischen Gesamtplanung des Kantons einverstanden. Für eine sinnvolle Weiterentwicklung des Gesundheitssystems müssen aber einzelne Strategiepunkte überdacht werden.

Der Kanton Aargau verfügt heute - im interkantonalen Vergleich über ein qualitativ hochwertiges und kostengünstiges Gesundheitssystem. Diesen grossen Vorteil gilt es auch weiterhin zu pflegen. Durch die zunehmende Zahl von hochaltrigen Personen, den Fachkräftemangel und die technologische Entwicklung zeichnen sich in vielen Bereichen Versorgungslücken ab. Der Kanton ist gefordert, mit der neuen GGpl die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Versorgung auch künftig sichergestellt werden kann.

Kein Ausbau der Steuerung
Zur Lösung der anstehenden Probleme versucht der Kanton vermehrt Einfluss zu nehmen und zentral zu steuern. Die Erfahrung zeigt, dass dieser Ansatz nicht zielführend ist. Bisher ist es Bund und Kanto-nen nicht gelungen, mittels Planung die Kosten zu senken und die Versorgung zu verbessern. Aus Sicht der vaka muss mit weiteren Planungs- und Steuerungskompetenzen sehr zurückhaltend umgegangen werden. Ein wettbewerblich orientiertes Gesundheitssystem mit «bedarfsgerechten» Angeboten braucht gute Rahmenbedingungen und minimale Überkapazitäten, damit der Wettbewerb funktionieren kann.

Keine Mengen- und Kostenziele
Die Verankerung von Mengen- und Kostenzielen sowie ein Bonus-/ Malus System lehnt die vaka entschieden ab. Entsprechende Massnahmen werden momentan im eidgenössischen Parlament als indi-rekten Gegenvorschlag auf die «Kostenbremse-Initiative» diskutiert. Weitergehende Massnahmen des Kantons erachtet die vaka als absolut unnötig. Die Erfahrung zeigt, dass staatliche Massnahmen zur Mengensteuerung versagen und zu Rationierung und Zweiklassenmedizin führen (z. B. Altersbeschränkungen bei Hüftgelenksersatz).

Integrierte Versorgung braucht Planung und Finanzierung aus einer Hand
Der Vorschlag des Regierungsrates sieht vor, in der Pflegeversorgung Kompetenzen vom Kanton auf die Gemeinden zu übertragen. Sie sollen Versorgungsregionen bilden, Tarife und Leistungsaufträge mit den Pflegeinstitutionen aushandeln und Leistungsaufträge für die Spitex-Organisationen im Sub-missionsverfahren vergeben. Leider werden mit diesem Vorschlag Hürden in der integrierten Versorgung aufgebaut und die bestehende Rollenverteilung zwischen Kanton und Gemeinden zementiert. Die Vergabe von Leistungsaufträgen für die Spitex-Organisationen und Pflegeheime im Submissionsverfahren durch die Gemeinden gefährdet die in den vergangenen Jahren aufgebauten Netzwerke und Versorgungsregionen, überfordert die Partner und führt zu administrativem Overkill und juristische Streitigkeiten. Die vaka fordert die Finanzierung aus einer Hand. Entscheidungs- und Vollzugskompetenzen des Kantons sollen mit der Finanzierung durch den Kanton einhergehen.

Entnehmen Sie weitere Informationen der Medienmitteilung und der Zusammenfassung zur GGpl.

Link zur e-Anhörung GGpl des Kantons

Zurück